In diesem Ratgeber
Die meisten Apps verlieren neue Nutzer früh. Das löst du nicht mit einer schöneren Zahl im Dashboard, sondern so: Du legst fest, was eine gelungene erste Sitzung ist, findest die Stelle, an der Leute aufhören, und änderst jeweils eine Sache. Diese Seite beschreibt das Vorgehen. Richtwerte nennt sie bewusst nicht, denn Kategorie, Zielgruppe und Traffic-Quelle bestimmen, was normal ist.
Schritt 1: Aktivierung festlegen
Aktivierung ist der erste Moment, in dem Nutzer den versprochenen Nutzen erleben. Formuliere ihn als ein messbares Ereignis.
- Notiz-App: erste Notiz angelegt und gespeichert.
- Fitness-App: erstes Training abgeschlossen.
- Budget-App: erste Buchung eingetragen.
Kannst du das Ereignis nicht benennen, versprechen Store-Eintrag, Onboarding und App vermutlich Unterschiedliches. Kläre das zuerst.
Schritt 2: Tag 1, Tag 3 und Tag 7 lesen
Bindung an Tag 1 ist der Anteil einer Installations-Kohorte, der die App am Folgetag wieder öffnet. Tag 7 funktioniert genauso. Schau auf den Verlauf, nicht auf einen Einzelwert:
- Großer Abfall schon vor Tag 1: Problem in der ersten Sitzung. Prüfe Onboarding, Berechtigungen, Anmeldung und Abstürze.
- Tag 1 ordentlich, bis Tag 3-7 sinkend: Die App wurde verstanden, bot aber keinen Grund zur Rückkehr. Prüfe Gewohnheit, Inhalte, Erinnerungen.
- Kohorten unterscheiden sich: Vergleiche nach Traffic-Quelle, Version und Land, bevor du Schlüsse ziehst. Kleine Kohorten schwanken stark; reagiere nicht auf eine Handvoll Nutzer.
Schritt 3: Die Abbruchstelle finden
Baue einen einfachen Trichter von der Installation bis zur Aktivierung: erster Start, Onboarding beendet, Berechtigung beantwortet, Aktivierungsereignis. Der Schritt mit dem größten Verlust ist dein Kandidat. Ergänze die Zahlen um einige echte Sitzungen: Sieh jemandem beim Benutzen zu oder frag Tester, wo sie gezögert haben. Der Trichter zeigt, wo; Menschen sagen, warum. Siehe Fragen an Tester zu deinem Onboarding.
Schritt 4: Eine Änderung pro Woche
- Hypothese aufschreiben: "Nutzer hören bei Schritt X auf, weil Y."
- Eine Änderung umsetzen, die Y angeht.
- Die nächste Kohorte mit der vorigen vergleichen, möglichst gleiche Traffic-Quelle.
- Behalten, zurücknehmen oder die nächste Idee testen.
Mehrere Änderungen gleichzeitig machen das Ergebnis unlesbar. Bei wenigen Nutzern sind Ergebnisse eine Tendenz, kein Beweis.
Arbeitsblatt
| Frage | Deine Antwort |
|---|---|
| Aktivierungsereignis | |
| Wo ist der größte Verlust? | |
| Hypothese (warum?) | |
| Die eine Änderung dieser Woche | |
| Woran und wann beurteile ich sie? |
Typische Fallen
- Installationen aus Quellen zählen, die nicht zur Zielgruppe passen. Die Bindung wirkt dann schlechter, als die App verdient.
- Die Definition der Aktivierung ändern, nachdem du die Zahlen gesehen hast.
- Die Benachrichtigungs-Berechtigung abfragen, bevor Nutzen gezeigt wurde. Siehe Wann du die Push-Berechtigung abfragst.
Privates, strukturiertes Feedback von Testern vor dem Launch zeigt viele Probleme der ersten Sitzung früh. Bei AppReviewX bringt ein von dir gegebenes Feedback einen Credit; neue Konten starten mit 0 Credits.
Weiterlesen: Hub App-Store-Optimierung und Launch, Onboarding in mobilen Apps, Push-Berechtigung: Zeitpunkt.