In diesem Ratgeber
Text gehört zum Produkt. Ein Tippfehler auf der Paywall oder ein Button, der auf einem Screen "Absenden" und auf dem nächsten "Senden" heißt, lässt eine App unfertig wirken. Mach den Durchgang auf einem echten Gerät mit einem laufenden Build, denn viele Textfehler zeigen sich erst in der UI: abgeschnittene Texte, falsche Platzhalter, fehlende Übersetzungen.
Jeder Punkt hat Warum und So prüfst du.
Checkliste
- Tippfehler und Grammatik auf jedem Screen. Warum: Die Rechtschreibprüfung läuft nicht über Texte im Code oder in Design-Dateien. So prüfst du: Jeden Screen durchgehen, auch Einstellungen, leere Zustände und Fehlermeldungen. Lange Texte in eine Rechtschreibprüfung kopieren.
- Abgeschnittene oder überlaufende Texte. Warum: Beschriftungen, die in deiner Sprache oder auf deinem Handy passen, werden woanders gekappt. So prüfst du: Größte Systemschrift und kleinen Bildschirm einstellen; nach "..." in Buttons, Titeln und Tabs suchen.
- Ein Begriff für eine Sache. Warum: "Konto", "Profil" und "Login" für dasselbe verwirren. So prüfst du: Die 10 wichtigsten Nomen und Verben deiner App auflisten; App und Store-Eintrag nach Varianten durchsuchen.
- Buttons sagen, was passiert. Warum: "OK" und "Absenden" verschweigen das Ergebnis. So prüfst du: Jeden Button ohne seinen Screen lesen. Weißt du, was er tut? Zerstörerische Aktionen sollen sich benennen ("Konto löschen").
- Fehlermeldungen nennen den nächsten Schritt. Warum: "Etwas ist schiefgelaufen" lässt Nutzer allein. So prüfst du: Fehler auslösen (falsches Passwort, kein Netz, leeres Feld) und prüfen, ob der Text sagt, was zu tun ist.
- Platzhalter und Variablen sind gefüllt.
Warum: Rohe Tokens wie
%s,{name}odernulllanden in der UI. So prüfst du: Name, Anzahl und Datum mit leeren, sehr langen und Sonderzeichen-Werten testen. - Singular und Plural. Warum: "1 Einträge" ist ein häufiger Patzer. So prüfst du: Für jedes gezählte Nomen die Anzahlen 0, 1, 2 und viele ansehen.
- Einheitlicher Ton. Warum: Freundlich auf einem Screen, förmlich auf dem nächsten wirkt wie zwei Produkte. So prüfst du: Onboarding, Fehler und Einstellungen hintereinander lesen. Eine Stimme und eine Anredeform festlegen.
- Groß-/Kleinschreibung und Satzzeichen einheitlich. Warum: Gemischte Schreibweisen wirken nachlässig. So prüfst du: Titel und Buttons von fünf Screens vergleichen und auf einen Stil bringen.
- Platzhalter-, Test- und Entwicklertexte sind weg. Warum: "Lorem ipsum", "test" oder Debug-Strings landen in Release-Builds. So prüfst du: Projekt nach üblichen Dummy-Texten durchsuchen und den Build noch einmal durchklicken.
- Datum, Uhrzeit und Währung lesen sich natürlich. Warum: Formate sind auch Text. So prüfst du: Gerätesprache und Region wechseln und jedes Datum und jeden Preis ansehen.
- Übersetzungen sind vollständig. Warum: Ein fehlender Schlüssel zeigt die Ausgangssprache oder den Schlüsselnamen. So prüfst du: Auf jede unterstützte Sprache umstellen und alle Screens durchgehen. Mehr dazu: Lokalisierung testen.
- Store-Eintrag passt zur App. Warum: Namen, Funktionen und Versprechen im Eintrag sollen zur App passen. So prüfst du: Eintragstext mit den beschriebenen Screens vergleichen.
- Rechts- und Berechtigungstexte lesen sich richtig. Warum: Berechtigungsabfragen und Einwilligungstexte lesen Nutzer und Prüfer. So prüfst du: Laut vorlesen. Das ist nur eine Formulierungsprüfung, keine Rechtsberatung.
Tipp
Lass jemanden, der die App nie gesehen hat, die Screens laut vorlesen. Er stolpert dort, wo es Nutzer auch tun.
Weiterlesen
- Übersicht: Checklisten für mobile App-Tests
- Schneller Barrierefreiheitscheck: Kontrast und Tippflächen
- Testplan-Vorlage für mobile Apps
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