In diesem Ratgeber
Ein kleiner Usability-Test ist einfach: Du gibst jemandem eine Aufgabe, schaust zu und notierst, wo die Person zögert oder scheitert. Bei etwa fünf Personen siehst du meist dieselben großen Probleme mehrfach. Genau das ist der Nutzen: Wiederholung zeigt, dass es kein Einzelfall ist.
Was ein solcher Test zeigt
- Wo Leute hängen bleiben, ein Label falsch lesen oder einen Button übersehen.
- Welche Probleme sich bei mehreren Personen wiederholen (und daher wohl viele treffen).
- Welche Formulierung oder welcher Ablauf jemanden verwirrt, der deine App nie gesehen hat.
Was er nicht zeigt
- Wie oft ein Problem in deiner gesamten Nutzerschaft auftritt. Fünf Personen ergeben keine Prozentwerte.
- Welche Variante besser abschneidet, in Zahlen. Dafür brauchst du eine andere Methode.
- Seltene Probleme. Ein Fehler auf einem bestimmten Gerätemodell fällt vielleicht nicht auf.
- Wofür Leute zahlen oder ob sie später wiederkommen.
Sieh das Ergebnis als Liste wahrscheinlicher Probleme, nicht als Beweis. Eine Formel für „die richtige Zahl“ nenne ich nicht: Sie hängt davon ab, wie verschieden deine Nutzer sind und wie viele getrennte Probleme die App hat. Kommen die fünf aus sehr verschiedenen Gruppen, mach pro Gruppe eine Runde.
Plan
- 3-5 wichtigste Aufgaben wählen. Beispiel: „Konto anlegen“, „Ersten Eintrag hinzufügen“, „Einstellungen finden“.
- Fünf passende Personen nehmen, die die App nicht kennen.
- Aufgabe als Ziel formulieren, nicht als Schritte. „Du willst dich ans Wassertrinken erinnern lassen“ statt „Tippe auf Hinzufügen“.
- Zuschauen, nicht helfen. Bitte um lautes Denken. Fragt jemand „Ist das richtig?“, antworte: „Was würdest du tun, wenn ich nicht hier wäre?“
- Jeden Stolperer im Bogen unten notieren.
Notizbogen
| Person | Aufgabe | Geschafft? | Wo gezögert | Originalworte | Gerät |
|---|---|---|---|---|---|
| P1 | ja / nein / mit Hilfe |
Nach den Sitzungen
Zähle, wie viele Personen über welches Problem gestolpert sind. Behebe zuerst, was eine Kernaufgabe blockierte, und teste dann mit einer neuen Gruppe, ob es wirkt. Den Rest sortierst du mit App-Feedback priorisieren.
Aus der Ferne und schriftlich
Du musst nicht neben jemandem sitzen. Die Optionen vergleicht Moderiert oder unmoderiert testen. Für schriftliches Feedback hilft ein kurzes, klar aufgebautes Formular: siehe In-App-Feedbackformular gestalten.
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Hub: App-Feedback-Leitfaden.